Viamal Schlucht Zillia
Im Herzen des Kantons Graubünden offenbart sich mit der Viamala-Schlucht und dem angrenzenden Dorf Zillis ein Reiseziel von archaischer Urgewalt und tiefer kulturhistorischer Bedeutung. Aus geschichtlicher Sicht bildet dieser rund acht Kilometer lange Wegabschnitt entlang des Hinterrheins das einst am meisten gefürchtete Nadelöhr des alpinen Transits. Schon zur Römerzeit genutzt, verliehen mittelalterliche Säumer der Passage den berüchtigten lateinischen Namen „Via Mala“ – der „schlechte Weg“. Jahrhundertelang blockierten hier herabstürzende Felsen und tosende Wassermassen den beschwerlichen Handel über die Pässe Splügen und San Bernardino. Erst kühne historische Brückenbauten, wie die steinerne Wildener-Brücke aus dem Jahr 1739, bändigten den unwegsamen Pfad. Nur wenige Kilometer südlich bildet das Dorf Zillis das historische Gegenstück zur wilden Natur: Das dortige Kulturdenkmal der Kirche St. Martin birgt eine weltberühmte, romanische Deckenmalerei aus dem 12. Jahrhundert, deren 153 unversehrte Bildtafeln als das „Sistina der Alpen“ gelten und die Jahrhunderte magisch überdauert haben.
Landschaftlich präsentiert sich die Viamala-Schlucht als ein atemberaubendes Naturmonument von monumentalen Ausmaßen. Vor Jahrtausenden vom Gletschereis und den ungezähmten Fluten des Hinterrheins in den massiven Fels geschliffen, ragen heute bis zu 300 Meter hohe, glatte Kalksteinwände steil in den Himmel. In der Tiefe verengt sich die Schlucht bis auf wenige Meter, wo das Wasser türkisfarben brodelt und faszinierende, vom Fluss geformte Strudeltöpfe und Felsformationen hinterlassen hat. Eingebettet in dichte Auenwälder und umgeben von schroffen Gebirgszügen Graubündens, erzeugt das Zusammenspiel aus Licht, Schatten und dem dumpfen Grollen des Flusses eine fast mystische, ehrfurchtgebietende Atmosphäre.
Aus touristischer Sicht zieht die Region Outdoor-Enthusiasten und Kulturliebhaber gleichermaßen an. Das Herzstück bildet das moderne Viamala Besucherzentrum, von dem aus eine gut gesicherte, historische Treppenanlage mit 359 Stufen direkt in den tiefsten Schluchtgrund führt. Für Aktivurlauber bietet die historische Route „viaSpluga“ oder die spektakuläre Hängebrücke Punt da Suransuns anspruchsvolle Wandererlebnisse. Dank der idealen Anbindung an die PostAutolinie mit der Haltestelle „Zillis, Viamala-Schlucht“ lässt sich das Abenteuer perfekt mit einem Besuch der romanischen Kirche in Zillis verbinden. Wer die perfekte Symbiose aus ungezähmtem Naturabenteuer, weltberühmten Kunstschätzen und Schweizer Bergidylle sucht, findet in diesem einzigartigen Duo ein unvergessliches Gesamterlebnis. KI
Lage
Viamala-Schlucht, Zillis-Reischen, Schweiz