Nordlandbahn
Die Nordlandbahn (norwegisch: Nordlandsbanen) gilt als das ultimative Schienenabenteuer Nordeuropas. Auf einer Strecke von 729 Kilometern verbindet sie die historische Stadt Trondheim mit der arktischen Küstenmetropole Bodø. Als längste durchgehende Bahnlinie Norwegens und eine der wenigen Strecken weltweit, die den Polarkreis überqueren, lässt sie sich für ein Internetportal wie Visit Norway in drei faszinierenden Facetten beschreiben:
Landschaftlich bietet die rund zehnstündige Reise ein unvergessliches Naturkino durch mehrere Klimazonen. Die Fahrt beginnt im fruchtbaren Kulturland von Trøndelag, führt entlang idyllischer Fjordlandschaften und schlängelt sich durch die dichten Wälder des Namdalen. Das spektakuläre Herzstück der Route ist das karge Saltfjellet-Gebirge. Auf dieser weiten, arktischen Hochebene überquert der Zug auf 680 Metern Höhe den Polarkreis. Im Sommer badet die raue Tundra hier im goldenen Licht der Mitternachtssonne, während im Winter die magischen Polarlichter den Himmel erleuchten. Zum Finale fällt die Strecke ab und gibt Panoramablicke auf die Helgeland-Küste und die nahen Lofoten-Berge frei.
Aus touristischer Sicht ist die Nordlandbahn weit mehr als ein Verkehrsmittel – sie ist ein Tor zu arktischen Mikroabenteuern. Moderne Züge mit Panoramafenstern und einem Bordcafé, das lokale Spezialitäten serviert, garantieren eine entschleunigte Reise. Aktivurlauber nutzen die Stopps für spektakuläre Erlebnisse: Von Mo i Rana aus lässt sich der riesige Svartisen-Gletscher erkunden, während nahe dem Endbahnhof Bodø der Saltstraumen, der stärkste Gezeitenstrom der Welt, auf Abenteurer wartet. Zudem ist die Strecke der perfekte, umweltfreundliche Zubringer für Fährverbindungen auf die weltberühmten Lofoten-Inseln.
Geschichtlich ist die in 18 Etappen zwischen 1902 und 1962 errichtete Trasse ein tiefgründiges Denkmal. Der Bau durch das unwegsame Terrain mit 293 Brücken und 154 Tunneln war eine ingenieurtechnische Meisterleistung. Dunkle Kapitel schrieben die Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg, die den strategisch wichtigen Ausbau über das Saltfjellet durch den brutalen Einsatz tausender osteuropäischer Kriegsgefangener erzwangen. Entlang der Strecke erinnern heute Gedenkstätten an diese Opfer. Die Fertigstellung der Linie bis Bodø im Jahr 1962 vollendete schließlich ein Jahrhundertprojekt, das den Norden Norwegens nachhaltig prägte. KI
Lage
Rjukan, Norwegen





