Messina und Melazzo
Siziliens Kontraste erfahren eine faszinierende Steigerung auf einer Reise, die den unberührten, charakterstarken Süden in Licata mit dem geschichtsträchtigen, maritim pulsierenden Nordosten in Milazzo und Messina verbindet. Diese Route offenbart die tiefen architektonischen, landschaftlichen und kulturellen Schichten der größten Mittelmeerinsel fernab der klassischen Pfade.Den Auftakt im Süden macht die geschäftige Hafenstadt Licata, die sich ihren rauen, echten Charakter als lebendige Arbeitsstadt am Meer bewahrt hat. Überragt vom monumentalen Castel Sant’Angelo, verzaubert die einstige griechische Kolonie in ihrer Altstadt mit prachtvollen, filigranen Fassaden im typisch italienischen Jugendstil, dem sogenannten Liberty-Stil. Während an den Kaiausrüstungen morgens die Fischer ihren fangfrischen Fisch anlanden, laden die umliegenden, von dramatischen weißen Kalksteinwänden umrahmten Strände wie die Playa Marianello zu unberührten Badetagen ein.
Folgt man der Reise an die Nordostküste Siziliens, öffnet sich in Milazzo ein völlig neues Panorama. Die Stadt erstreckt sich auf einer schmalen, sichelförmigen Landzunge weit in das Tyrrhenische Meer hinein und gilt seit jeher als das maritime Tor zu den Äolischen Inseln. Doch Milazzo ist weit mehr als nur ein Fährhafen: Die beeindruckende, von den Normannen und Friedrich II. befestigte Città Murata bildet zusammen mit dem majestätischen Castello di Milazzo eine der größten Festungsanlagen der Insel. Wer bis an die äußerste Spitze des Kaps wandert, wird mit der Piscina di Venere belohnt – einem paradiesischen, natürlichen Felspool mit glasklarem Meerwasser.Nur ein kurzes Stück weiter östlich markiert Messina den monumentalen Schlusspunkt an der gleichnamigen Meerenge, die Sizilien vom italienischen Festland trennt. Als „Stadt der Wiedergeburt“ hat sich Messina nach schweren historischen Erdbeben stets neu erfunden und empfängt Reisende heute mit großzügigen, eleganten Plätzen wie der Piazza del Duomo. Hier steht auch der berühmte normannische Dom mit dem imposanten freistehenden Glocken- und Uhrenturm, der die weltweit größte astronomische Uhr beherbergt und täglich zur Mittagszeit Schaulustige mit einem mechanischen Figurenspiel fasziniert. Beim Aufstieg zu den höher gelegenen Aussichtspunkten wie dem Votivtempel Cristo Re schweift der Blick schließlich über die geschichtsträchtige Meerenge bis hinüber zu den Bergen Kalabriens – ein erhabener Moment, der die Brücke zwischen den rauen Klippen des Südens, der Inselfestung Milazzos und der urbanen Eleganz Messinas perfekt schließt.
Lage
Messina, Italien