Kavango-Ost
Das Kavango-Ost (Kavango East) im Nordosten Namibias ist ein faszinierendes Reiseziel, das sich radikal von den klassischen, trockenen Wüstenbildern des Landes unterscheidet. Aus touristischer Sicht gilt die Region als das Tor zum legendären Sambesi-Streifen (Caprivi) und als absoluter Geheimtipp für Ökotourismus und Safaris abseits der Massen. Die lebhafte Provinzhauptstadt Rundu, die malerisch auf den Klippen über dem Fluss liegt, bietet eine hervorragende touristische Infrastruktur. Sie dient als perfekter Ausgangspunkt für Bootsfahrten zum Sonnenuntergang auf dem mächtigen Kavango-Fluss oder für spektakuläre Pirschfahrten im unberührten, wilden Kaudom-Nationalpark sowie im nahegelegenen Mahango-Wildreservat.
Landschaftlich präsentiert sich Kavango-Ost als eine üppige, wasserreiche Flussoase inmitten des sonst so kargen südlichen Afrikas. Das bestimmende Lebensband ist der ganzjährig wasserführende Kavango-Fluss, der die Grenze zu Angola markiert. Er speist ein dichtes Netz aus grünen Auen, ausgedehnten Schilflandschaften, tropischen Wäldern und fruchtbaren Überschwemmungsgebieten. Diese feuchte, grüne Kulisse steht im faszinierenden Kontrast zu den trockenen Kalahari-Sandflächen des Hinterlandes. Die Region beheimatet eine gigantische Artenvielfalt: Große Elefantenherden, Flusspferde, Krokodile und seltene Antilopenarten wie Litschi-Moorantilopen und Rappenantilopen sind hier heimisch. Zudem ist die Region ein weltweites Eldorado für Vogelbeobachter, die in den Flusswäldern Hunderte seltene Spezies dokumentieren können.
Geschichtlich und kulturell ist Kavango-Ost tief in den lebendigen Traditionen seiner indigenen Völker verwurzelt. Die Region wird überwiegend von verschiedenen Stämmen der Kavango (wie den Gciriku und Shambyu) bewohnt, deren Könige und Königinnen bis heute eine wichtige, respektierte Rolle in der lokalen Gesellschaft spielen. Entlang des Flusses und auf den lokalen Märkten von Rundu wird das reiche Erbe des traditionellen Holzschnitzer-Kunsthandwerks lebendig gehalten. Historisch war die Region über Jahrhunderte hinweg Schauplatz wichtiger Handelsrouten im südlichen Afrika. Im späten 20. Jahrhundert wurde sie zudem stark durch den angolanischen Bürgerkrieg und die namibischen Unabhängigkeitskämpfe geprägt. Heute zeugt das friedliche, lebendige Miteinander und die herzliche Gastfreundschaft der Menschen von der bemerkenswerten Transformation der Region zu einem sicheren Kulturjuwel Namibias. KI
Lage
Rundu, Namibia