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Arktischer Herbstzauber auf dem Wasser: Der Kangerlussuaq-Fjord im September
Der Kangerlussuaq-Fjord in Westgrönland ist mit einer Länge von 165 Kilometern einer der imposantesten Wasserwege der Arktis. Wer diesen tiefen Einschnitt im September vom Meer aus bereist, erlebt eine magische Übergangszeit. Es ist der arktische Herbst: Die sommerliche Mitternachtssonne ist gewichen, und die Natur hüllt sich in ein spektakuläres Farbkleid. Vom Deck eines Ausflugsschiffes oder Expeditionsbootes aus zeigt sich ein grandioses Panorama. Die sanften Hänge im inneren Fjord leuchten in tiefem Rot, Gold und Orange, während Richtung Küste steile, schneebepuderte Granitwände majestätisch in das stahlblaue Wasser stürzen. Die Luft im September ist kristallklar, die Fjordoberfläche oft spiegelglatt und die Dämmerung taucht die Landschaft stundenlang in ein goldenes Licht.
Geschichte und herbstliche Traditionen auf dem Seeweg
Historisch gesehen war der September für die Ureinwohner Grönlands die wichtigste Zeit des Jahres auf dem Fjord. Die prähistorischen Jäger der Saqqaq- und Thule-Kulturen nutzten den Seeweg in diesem Monat, um von ihren Sommerjagdgründen im Inneren des Landes zurück an die Küste zu kehren. Sie transportierten ihre Beute – vor allem Rentierfelle und Fleisch für den langen Winter – in ihren traditionellen Booten durch den Fjord, vorbei an den Stätten des heutigen UNESCO-Welterbes Aasivissuit – Nipisat. Auch in der jüngeren Geschichte spielte der September eine Schlüsselrolle: Vor dem Einsetzen des dicken Wintereises nutzte die US-Marine diesen Monat im Zweiten Weltkrieg, um die Militärbasis Bluie West Eight mit den letzten großen Versorgungsschiffen für den Winter zu versorgen.
Einzigartige Tiererlebnisse und eisige Kolosse
Der September bietet vom Wasser aus erstklassige Chancen für unvergessliche Tierbeobachtungen. Da sich die Zugvögel sammeln und die marinen Säugetiere vor dem Winter noch einmal intensiv Nahrung suchen, sind die Gewässer äußerst lebendig. Mit etwas Glück ziehen Zwergwale und Buckelwale majestätisch durch den Fjord und durchbrechen die Wasseroberfläche. An den Ufern und auf kleinen Felsinseln lassen sich neugierige Ringelrobben und mächtige Seeadler beobachten, die vor den Felswänden patrouillieren. Ein Fernglas lohnt sich auch für den Blick an Land: An den herbstlich gefärbten Hängen stehen die urzeitlichen Moschusochsen und scheue Rentiere oft nah am Ufer. Ein weiteres Highlight im September sind die treibenden Eisberge, die aus der offenen See oder von kalbenden Gletschern in den Fjord driften und im warmen Herbstlicht intensiv blau leuchten.
Das Abenteuer September: Vom Angeln bis zum Nordlicht
Eine Fjordkreuzfahrt im September lässt sich perfekt mit aktiven Erlebnissen verbinden. Es ist die absolute Hochsaison für das Angeln auf Eismeersaibling – die Flüsse, die in den Fjord münden, sind jetzt prall gefüllt. Viele Bootstouren bieten die Möglichkeit, den Fisch direkt an Bord frisch zuzubereiten. Wer die absolute Stille sucht, gleitet bei einer geführten Kajaktour lautlos an den Klippen vorbei. Der größte Vorteil des Septembers offenbart sich jedoch nach Sonnenuntergang: Da die Nächte nun wieder dunkel werden, bietet sich vom dunklen Fjord aus – weitab von jeglicher künstlicher Lichtverschmutzung – die allererste Chance der Saison, das magische Nordlicht in voller Pracht über den arktischen Himmel tanzen zu sehen.

2 Reisen nach Kangerlussuaq-Fjord

Lage

98R82C64+RJ

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