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Hardap

Das West-Hardap-Gebiet in Namibia – das sich vom zentralen Fish River nach Westen bis an den Atlantischen Ozean erstreckt – ist eine Region von überwältigender Weite und rauer Einsamkeit. Aus touristischer Sicht bildet der Westen der Hardap-Region ein absolutes Kronjuwel des namibischen Tourismus, da er einige der bekanntesten Postkartenmotive des Landes beheimatet. Besucher finden hier die weltberühmten, orange-rot leuchtenden Riesendünen des Sossusvlei und das surreale, mit jahrhundertealten, abgestorbenen Akazienbäumen übersäte Deadvlei. Hervorragend erschlossen über das Wüstentor Sesriem, bietet die Region spektakuläre Heißluftballonfahrten über das Dünenmeer, Wanderungen durch den tiefen Sesriem-Canyon sowie erstklassige Lodges für Individualreisende und Fotografen.
Landschaftlich präsentiert sich West-Hardap als eine monumentale Symphonie aus Extremen. Große Teile des Gebiets gehören zum gigantischen Namib-Naukluft-Nationalpark, einem der größten Schutzgebiete Afrikas. Das Landschaftsbild wird im tiefen Westen von der uralten Namib-Wüste geprägt, deren sternförmige Sanddünen zu den höchsten der Erde zählen. Nach Osten hin wandelt sich die Wüste schlagartig in die schroffen, zerklüfteten Bergketten der Naukluftberge, die als Teil der Großen Randstufe majestätisch emporragen. Diese felsige Gebirgswelt mit ihren versteckten Quellen, tiefen Schluchten und natürlichen Felspools bildet einen faszinierenden Kontrast zur Trockenheit der Wüste und bietet einen geschützten Lebensraum für hochgradig angepasste Wildtiere wie Bergzebras, Springböcke und Oryx-Antilopen.
Geschichtlich und kulturell ist West-Hardap tief in der Urgeschichte des südlichen Afrikas und den Schicksalen seiner Völker verwurzelt. Über Jahrtausende hinweg war die wasserarme Region die Heimat der indigenen San (Buschleute) und Nama, deren nomadische Lebensweise perfekt an die kargen Bedingungen angepasst war. Die jüngere Geschichte des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts ist eng mit der deutschen Kolonialzeit und den anschließenden Grenzkriegen verknüpft, in denen die unzugänglichen Naukluftberge den einheimischen Witbooi-Nama unter Hendrik Witbooi als uneinnehmbare Festung und strategisches Rückzugsgebiet im Widerstand dienten. Die Gründung des Nationalparks im Laufe des 20. Jahrhunderts markierte schließlich den historischen Übergang von einer umkämpften Pioniergrenze hin zu einem der progressivsten und wichtigsten Naturschutz- und Ökotourismusprojekte der Moderne. KI

Lage

Mariental, Namibia