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Agulhas-Nationalpark

Das Agulhas-Nationalpark in der südafrikanischen Provinz Westkap bildet den spektakulären, windgepeitschten Schlusspunkt des afrikanischen Kontinents. Aus touristischer Sicht zieht der Park vor allem Entdecker, Individualreisende und Fotografen an, die ein tiefes Gefühl von Weite und ungezähmter Natur am sprichwörtlichen „Ende der Welt“ suchen. Der absolute Höhepunkt für Besucher ist die markante Steinplakette am Kap Agulhas, die den geografisch exakten südlichsten Punkt Afrikas sowie den offiziellen Treffpunkt des kalten Atlantischen und des wärmeren Indischen Ozeans markiert. Neben diesem symbolträchtigen Ort bietet der Park eine hervorragende Infrastruktur für gemütliche Küstenwanderungen wie den Rasperpunt Trail, exzellente Vogelbeobachtung in den Feuchtgebieten und komfortable Unterkünfte direkt am Meer.
Landschaftlich fasziniert das Schutzgebiet durch eine raue, minimalistische Schönheit, die in starkem Kontrast zur berühmten Garden Route steht. Anstelle von dichten Wäldern wird die flache Agulhas-Ebene von einer weiten Küstenlandschaft geprägt, die sanft in das stürmische Meer abfällt. Trotz des kargen Anscheins gehört der Park zum Cape Floral Kingdom, dem artenreichsten Pflanzenreich der Erde. Über 2.000 einheimische Fynbos-Pflanzenarten überziehen den Kalksteinboden, von denen viele nirgendwo sonst auf der Welt existieren. Im Hinterland erstrecken sich zudem ausgedehnte Salzpfannen und der Süßwassersee Soetendalsvlei, die in den Wintermonaten Tausenden von Wasservögeln wie Flamingos als Zuflucht dienen.
Geschichtlich und kulturell ist die Region Schauplatz dramatischer Schicksale und Jahrtausende alter menschlicher Präsenz. Der Name Agulhas (portugiesisch für „Nadeln“) geht auf frühe Seefahrer zurück, deren Kompassnadeln hier keine Missweisung anzeigten. Wegen seiner tückischen Riffe und heftigen Stürme ging der Küstenabschnitt als „Friedhof der Schiffe“ in die maritime Geschichte ein; über 140 Wracks liegen in den Gewässern begraben. Das gestrandete Wrack der Meisho Maru 38 ist noch heute direkt vom Ufer aus sichtbar. Zum Schutz der Seefahrer wurde 1848 der markante, im ägyptischen Pharos-Stil errichtete Cape Agulhas Leuchtturm erbaut, der heute als zweitältester aktiver Leuchtturm des Landes ein Museum beherbergt. Weit vor der Kolonialzeit nutzten jedoch bereits die indigenen Khoisan die Ressourcen dieser Küste, wovon jahrtausendealte, aus Stein errichtete Fischfallen (Rasperpunt Fish Traps) direkt am Gezeitenstrand eindrucksvoll zeugen.

Lage

Agulhas, Südafrika